Sind Influencer immer schlecht?

Sie genießen keinen guten Ruf. Manche möchten sich selbst gar nicht so nennen. Doch sie haben Einfluss. Auf die Menschen in ihrem Umfeld. Auf die Menschen, die ihre Videos schauen, Bilder betrachten oder Texte lesen. Es gibt sie zu jedem erdenklichen Thema. Ist alles schlecht an Influencern? Auf welchen Einfluss kannst du dich überhaupt noch verlassen?

Begonnen beim Kinderwunsch Influencer, über Erziehungs- und Organisations-Hackfluencern, Petfluencer, das virtuelle Lehrerzimmer, über Beauty-, Interieur- und Reise-Influencern. Wenn kein Begriff passt, gerne auch mal die Lifestyle Influencer. Ja, sogar die Empty-Nester und Silver Ager positionieren sich gut sichtbar in der Welt der Beeinflusser. Ich selbst? Zähle auch irgendwo hinein. Zum Schaden meiner Reichweite und zum Bedauern diverser Algorithmen habe ich keine klare Nische, die ich besetze und bleibe oft unentdeckt. Dennoch muss ich mich reflektieren. Als Micro-Influencer.

Ich denke, wir sind uns einig, dass es nicht in Ordnung ist auf anderer Leute Kosten selbst Geld zu verdienen. Auch Kinderarbeit, das verbreiten falscher Fakten oder das Vorgaukeln falscher Tatsachen ist nicht in Ordnung. Es gibt eigene Kanäle, die darüber berichten und versuchen aufzuklären. Darin liegt aus meiner Sicht auch der Schlüssel. Aufklärung! Ein Großteil der Bevölkerung weiß inzwischen, dass den Zeitschriften der Boulevardpresse nicht alles geglaubt werden kann. Ihre Titelseiten sind das, was man auf YouTube „Clickbait“ nennt. Also erschreckende oder berührende Bilder, die zum Kauf animieren sollen.

In Amerika gibt es viele Lehrer, die eigene YouTube Kanäle haben. Sie filmen den Alltag rund um ihren Beruf. Ebenso Krankenschwestern. Warum? Weil sie schlecht bezahlt sind. Sie machen Kooperationen mit Krankenhäusern oder Firmen für Laminiergeräte. In Deutschland ist das anders. Doch auch hier gibt es viele Lehrkräfte, die sich über den Hashtag „Instalehrerzimmer“ online versammeln. In manchen Momenten war ich neidisch auf sie. Die Vorzeige-Pädagogen mit ihrem vorbildlich eingerichteten Klassenzimmern und digitalen Lehrmitteln, die sie regelmäßig einsetzen. Wie alles im Internet, entspricht auch das nicht vollkommen der Realität. In den meisten Schulen sieht es anders aus. Den Groll habe ich jedoch abgelegt. Wir können doch froh sein, dass es immerhin solche Leuchtturm-Lehrerzimmer gibt. Noch dazu teilen sie Informationen, Ideen und Ansätze, die zum Umdenken anregen.

Beeinflusser gibt es im realen Leben, in der Presse, im Fernsehen sowie im Internet. Sicher auch bald im Metaverse oder sonst noch wo. Ich selbst muss immer wieder daran arbeiten, nicht alles ungefiltert an mich heranzulassen. Ich schalte einige Kanäle auf stumm und blende ihre Inhalte aus. Nicht alles, was wir sehen, ist der Schlüssel zum Glück in unserem Leben. Eine Lektion, die Kinder bereits lernen können. Ich muss nicht so sein, wie die YouTuberin mit 20 Hacks für ein noch tolleres Leben. Trotzdem können wir uns Informationen abholen, an die wir sonst vielleicht nicht gekommen wären. Wir können vom Austausch profitieren und uns dann wieder getrost auf unseren größten Influencer verlassen: das eigene Bauchgefühl. Ein Kompass, der auch offline funktioniert.

Kathrin
Kathrin

Ich bin 1981 in Köln geboren, Mutter, Ehefrau und berufstätig. Diesen Blog habe ich gegründet, um meine Erfahrungen mit Euch zu teilen. Ich freue mich über den Austausch hier, auf Instagram oder meinem YouTube Kanal.

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2 Kommentare

  1. Super Beitrag! Genau deshalb folge ich euch beiden schon länger auf Instagram, da fühl ich mich ehrlich abgeholt. Weiter so, danke euch!

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