Kleine und große Geschichten

Die letzten Arbeitstage schmelzen dahin. Viele Schlagzeilen. Viele Vorgaben. Doch was ist zu sehen, wenn wir durch die Schlüssellöcher schauen? Hinter den Instagram Filter blicken. Mal ganz ohne Witz und Weihnachtsglamour. Ich dachte mir, ich schreibe mal ein paar Zeilen aus dem täglichen Leben. Ist wirklich alles so schlimm, oder schlimmer? Was macht mein Kind in Quarantäne? Kann ich in Kurzarbeit arbeiten, gleichzeitig Kind beschäftigen und frisch kochen? Klar kann ich, wenn meine Nerven es mitmachen. Wenn ausreichend Wein und Kaffee im Haus sind. Wenn ich darüber hinwegsehe, dass Kakao verschüttet, Christbaumkugeln zerbrechen und Medienzeiten überzogen werden.

LernspieleNur noch wenige Arbeitstage habe ich in diesem Jahr abzuleisten. Der Eine hat vor Weihnachten noch wichtige Projekte fertigzustellen. Der Andere hat Kurzarbeit. Viele haben Kinder. In Quarantäne lernt mein Kind gerade mit Alba Sport über YouTube zu springen wie Sprudelwasser. Dann übt er mit Käpt´n Sharky Konzentrationsspiele, knetet Kuchen und fragt dann zum hundertsten Male „Kannst Du mit mir spiieln, Mama?!“. Nein, kann ich nicht. Ich habe ein Telefonat. Danach prüfe ich Rechnungen oder selektiere in der Datenbank.

Sind alle Geschenke besorgt? Aber bitte im stationären Handel, denn online wäre verwerflich. Nur nicht zu Stoßzeiten vor dem Lockdown. Schwierig zu deichseln. Egal, ob mit Kind, als Risikokandidat oder Silver Ager. Letzteren fällt zu Hause die Decke auf den Kopf, denn außer Plätzchen backen und alleine durch den Wald spazieren sollten sie bitte auch nichts tun. Doch zurück zu meinen Paketen, die ich online bestellt habe. Ohne schlechtes Gewissen und rechtzeitig. Als Dank gab es für „unseren“ Paketboten einen Keksgruß in der Tüte. Er hat sich gefreut. Ich freute mich über den Nachschub Wein. „Können wir jetzt Marie holen“, fragt mein Sohn nach dem Mittagessen. Seine sozialen Kontakte beschränken sich seit Tagen auf die Familie, Alexa und Rolf Zuckowski oder Giraffen Affen.

Ja, wir holen Marie früher von der Schule ab. Denn sie friert in der Schule. Zieht im Unterricht nicht mehr nur ihre Fleecejacke an. „Das war mir zu kalt Mama, wenn das Fenster auf ist ziehe ich meine Winterjacke an.“, sagte sie mir letzte Woche. Ahja, da freue ich mich auf die Schnupfen Zyklen von Januar bis Allergiezeit. Jammern nutzt aber jetzt nichts. Ich möchte positiv bleiben. Auch, wenn mein Kind mich mitten in der Nacht mit tiefgründigen Fragen weckt. Wenn Weihnachten dieses Jahr eben anders arrangiert wird. Wenn es zu Silvester kein Feuerwerk gibt. Einiges wird sich verändern. Ob mit Impfung oder ohne Pandemie. Wir begleiten unsere Kinder durch diese Veränderungen. Jeder wie er mag und kann. Doch was ist mit denen, die nicht können?

Lasst uns froh und munter sein. Die Geschichten schreiben sich weiter. Bei uns wird sich meine berufliche Situation ändern. Bei Marie vermutlich die Form des Unterrichts im nächsten Jahr, je nachdem wie die Vorgaben sind. Carls Babybett wird gespendet und durch ein größeres ersetzt. Und in der Zwischenzeit unterstützen wir unsere liebsten Restaurants im Ort mit regelmäßigen Bestellungen. Was sind Eure großen und kleinen Geschichten in dieser Zeit?

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Kathrin
Kathrin

Ich bin 1981 in Köln geboren, Mutter, Ehefrau und berufstätig. Diesen Blog habe ich gegründet, um meine Erfahrungen mit Euch zu teilen. Ich freue mich über den Austausch hier, auf Instagram oder meinem YouTube Kanal.

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4 Kommentare

  1. Hallo Kathrin ,
    So ein frischer und wahrer Beitrag zur aktuellen Situation ! Teile ich gerne auf meinem Blog .

    Das mit den Geschenken besorgen weder online noch kurz vor dem Lockdown und das daran verwerfliche habe ich such schon gedacht . Der DHL Fahrer hat von mir daher ein großzügiges Trinkgeld bekommen – das hab ich noch nie zuvor gemacht . Gruß nach Essen

  2. Liebe Katrin,

    so viel Ehrlichkeit, Herzlichkeit, Leichtigkeit und Dankbarkeit findet man tatsächlich selten in diesen Tagen. Ich finde es schön zu wissen, dass es da draussen noch Familien wie uns gibt, die positiv gestimmt sind. Ich hoffe und glaube, das du vielen ein Lächeln ins Gesicht zaubern konntest und vielleicht sogar motivierst, die Dinge wieder etwas positiver zu sehen.

    Lieben Dank und bleibt gesund,
    Britta

  3. Liebe Katrin,

    so viel Ehrlichkeit, Herzlichkeit, Leichtigkeit und Dankbarkeit findet man tatsächlich selten in diesen Tagen. Ich finde es schön zu wissen, dass es da draussen noch Familien wie uns gibt, die positiv gestimmt sind. Ich hoffe und glaube, das du vielen ein Lächeln ins Gesicht zaubern konntest und vielleicht sogar motivierst, die Dinge wieder etwas positiver zu sehen.

    Lieben Dank und bleibt gesund,
    Britta

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