Januar 14, 2021 // Kinderkram

Lesemotivation bei Erstlesern fördern

Um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können, ist die Lesefähigkeit eine wichtige Grundvoraussetzung, denn ohne sie sind viele Bereiche des alltäglichen Lebens nicht erschließbar. Die Fähigkeit Lesen zu können ist also unabdingbar. Eins vorweg: Nicht jedes Kind zeigt großes Interesse am Lesen oder hat von Beginn an Spaß daran. Es ist eine Fähigkeit, die zunächst schrittweise in der ersten Klasse erlernt wird. Einigen Kindern fällt das leichter und anderen schwerer. Das ist überhaupt nicht schlimm. Wenn Kinder nicht allzu viel Spaß am Lesen entwickeln oder ein paar Schwierigkeiten haben, gibt es natürlich hier und da ein paar Tipps, wie man die Erstleser dahingehend motivieren und ihre Lesekompetenz fördern kann. Vielleicht wird aus dem ein oder anderen Lesemuffel ja am Ende doch noch ein wahrer Bücherwurm!

  • Im Tandem lesen: Gerade am Anfang können die Kinder noch nicht schnell lesen und müssen sich noch stark darauf konzentrieren die Buchstaben zu kodieren. Dann fällt es ihnen oftmals schwer den Inhalt der Geschichte zu erfassen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es meiner Tochter mehr Freude bereitet, wenn ich mit ihr gemeinsam lese. Wir wechseln uns nach jedem Abschnitt ab und besprechen auch immer den Inhalt des Gelesenen. Dabei betrachten wir auch immer die Illustrationen auf der Seite. Das kostet natürlich immer ein bisschen Zeit, aber es macht zusammen auch einfach doppelt so viel Spaß. Am Anfang haben wir zudem immer unsere Anlauttabelle Zebra 1: Schreibtabelle Klasse 1* zur Hilfe genommen.

Das kann ich wirklich von Herzen empfehlen, denn so entwickeln die Kinder schnell die Fähigkeit auch die Laute zu lesen, die im Unterricht noch nicht thematisiert wurden. Zudem sind wir aktuell große Fans der Leselöwenbücher. Lottas Favoriten sind:

Des Weitere können wir die Lies mal Hefte empfehlen. Die Lies mal Hefte vom Jandorf Verlag sind angenehm übersichtlich und die Aufgabenstellung ist oftmals selbsterklärend. Das Material ist perfekt zum selbstständigen Üben. Wiederholt ähnliche Aufgaben, wenig bunte Bilder und eine übersichtliche Struktur.

  • Eine gemütliche Leseecke schaffen: Das klingt jetzt vielleicht total banal, aber es ist unglaublich wichtig, dass sich die Kinder in der Situation wohl fühlen. Eine schöne Leseecke kann manchmal auch der Anlass sein ein Buch zu lesen. Man kann sich zusammen unter eine Decke verkrümeln und die Zeit gemeinsam genießen. Man kann auch beispielsweise als Ritual eine Kerze anzünden, denn genau diese Strukturierung macht das Lesen zu etwas Besonderem, worauf man sich im stressigen Alltag zusammen freut. Am besten ist es natürlich wenn das Kind intrinsisch motiviert ist ein Buch zu lesen, z.B. weil es großes Interesse an der Geschichte hat.
  • Kein Streit: Klare Absprachen helfen dabei, dass nicht die Stimmung kippt. Am besten man fragt sein Kind, ob es verbessert werden möchte oder nicht. Erstleser machen natürlich Fehler, aber das sollte nicht im Fokus stehen. Manche Kinder möchten in ihrem Lesefluss nicht unterbrochen werden und fühlen sich schnell genervt, wenn man sie ständig unterbricht. Es bedarf natürlich ein bisschen Feingefühl und Geduld, aber es ist wichtig, dass das Lesen nicht mit Konflikten assoziiert wird. Lesen soll Spaß machen.
  • Feedback geben: Ich bin mir sicher, jedes Kind freut sich über ein Lob. Meiner Meinung nach, kann man auch nicht zu viel loben. Die Kinder werden selbstsicherer, mutiger und sind durch die positive Bestärkung vielleicht sogar noch motivierter weiter zu lesen und ihre Fähigkeiten zu trainieren. Dabei lautet die Devise, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Fleiß zahlt sich aus und die Kids machen sehr schnell tolle Fortschritte. Bei manchen Kinder kann auch eine positive Bestärkung durch einen selbst gebastelten Lesepass helfen. Es gibt Stempel* oder Unterschriften und nach ein paar gesammelten Stempeln (für jeweils mindestens 5 oder 10 Minuten lesen) gibt es eine Perle für die Leseraupe oder am Ende steht ein Ausflug in die ortsansässige Bücherei. Das sind alles nur Anregungen, denn hier scheiden sich auch die Geister. Positive Anreize können extrinsisch zum Lesen motivieren, wenn die Gründe für das Lesen außerhalb der Lesetätigkeit und des Themas des Textes liegen. Der Fokus liegt hierbei auf den Zielen und Folgen die mit dem Lesen verbunden sind.
Quelle: https://lehrermarktplatz.de/material/60075/lesepass-mit-leseraupe

Erst wenn bei den Kindern Freude und Interesse am Lesen vorhanden sind, wird es von sich aus lesen und dem Lesen eine positive Bedeutung zumessen. Wenn zudem häufig gelesen wird, verbessert sich die Lesefähigkeit und somit auch die Lesekompetenz. Denn durchs Lesen vergrößern die Kinder ihr Wissen und ihren Wortschatz. Zusammengefasst lässt sich sagen, je besser ein Kind lesen kann, desto mehr Spaß macht ihm Lesen und je größer sein Leseinteresse, desto mehr liest es und steigert dadurch seine Lesefertigkeit. Hierbei sind natürlich nicht nur die Lehrerinnen und Lehrer gefragt, sondern auch wir Eltern. Was wir vorleben, wird oft von den Kindern ganz selbstverständlich übernommen. Wenn wir vom Kleinkindalter das (Vor-) Lesen als Ritual in das Familienleben integrieren, ist es deutlich einfacher den Spaß am Lesen zu vermitteln.

“Lesen ist ein grenzenloses Abenteuer der Kindheit.” (Astrid Lindgren)

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen viel Freude beim Lesen!

Bis bald!

Eure Sarah

* Diese Links sind Affiliate-Links. Für Euch entstehen durch die Nutzung dieser keine Mehrkosten, aber ihr unterstützt damit meine Arbeit. Dankeschön!

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3 Kommentare

  • Reply Dorothee Januar 14, 2021 at 12:06 pm

    Eine wirklich schöne Zusammenfassung möglicher Materialien und Motivationsideen.
    Die Leseraupen habe ich im vorletzten Herbst zum ersten Mal mit meiner ersten Klasse ausprobiert und, was soll ich sagen, alle Kinder waren hochmotiviert. Nach den Weihnachtsferien konnten alle Kinder relativ flüssig lesen. Viele Schüer lieben ihre Leseraupe und bestücken sie auch jetzt noch in der zweiten Klasse.

    • Reply Sarah Januar 14, 2021 at 1:36 pm

      Meine sechsjährige Tochter findet die Leseraupe auch richtig Klasse. Sie sammelt fleißig Perlen und findet die Visualisierung toll. Fall ich nach meiner Elternzeit auch an einer Grundschule unterrichten werden, würde ich diese Motivationsidee auch umsetzen!
      Lieben Dank für dein Feedback.

  • Reply Anika Januar 14, 2021 at 1:46 pm

    Hallo Sarah,
    danke für den interessanten Beitrag!
    Was hier noch vor allem zu Beginn des Leselernprozesses viel geholfen hat, sind die „Lesestart mit Eberhart“-Hefte aus dem Mildenberger Verlag. Dort gibt es Heftchen in 5 Schwierigkeitsstufen und schon früh haben Erstklässler erste Erfolgserlebnisse. Für viele Kinder sind die richtigen Erstlesebücher anfangs ganz schön schwierig und diese Heftchen passen dann vielleicht eher
    Liebe Grüße und danke für eure tollen Beiträge hier,
    Anika

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