Übelkeit in der Schwangerschaft

Das erste Trimester habe ich bereits hinter mir gelassen, aber ein Symptom aus der Frühschwangerschaft ist noch immer mein treuer Begleiter – die Schwangerschaftsübelkeit. Man sagt, dass 8 von 10 Frauen unter ihr leiden. Wie stark ausgeprägt sie ist, ist ganz individuell. 

Woran ich gemerkt habe das ich schwanger bin? Es lag tatsächlich an der Übelkeit am Morgen. Über mehrere Tage hinweg war mir morgens extrem übel. Das Windeln wechseln bei Lotta und Carla war schlichtweg eine Tortur. Da erinnerte ich mich an die Worte einer lieben Freundin aus dem hohen Norden: „Ich musste gar keinen Schwangerschaftstest machen. Ich habe zu meinem Freund gesagt, mir ist wieder so schlecht wie in der ersten Schwangerschaft. Ich bin schwanger.“

Diese Worte ließen mich erstmal nicht mehr los. Ich schob mein Unwohlsein auf den Wetterwechsel, auf meinen niedrigen Blutdruck, auf eventuelle Unterzuckerung und auf Stress.

Als am Wochenende der erste JGA stattfinden sollte, den ich als Trauzeugin natürlich organisiert hatte, dachte ich wieder an die Worte meiner besagten Freundin zurück. Ich war schließlich schon ein paar wenige Tage drüber. Aber noch immer war ich der festen Überzeugung, dass eine Schwangerschaft doch sehr unwahrscheinlich sein würde. Ich hatte noch einen Test in der Schublade, den Clearblue Digitaler Schwangerschaftstest mit Wochenbestimmung * und als ich morgens wach wurde, verschwand ich samt Test fix im Badezimmer. 

In der Zeit wurde Carla wach. Ich legte den Test ab, kümmerte mich um sie. Das Wickeln fiel mir auch an diesem Morgen extrem schwer. Mit Carla auf dem Arm ging ich dann ins Badezimmer, um auf dem Test sicher zu lesen „nicht schwanger“. Aber was ich dann gelesen habe, verschlug mir tatsächlich die Sprache.

Mein Mann war ab dem ersten Augenblick voller Vorfreude und ich erstmal baff, dass es doch so schnell geklappt hat, aber natürlich war ich überglücklich und einfach nur dankbar für dieses Glück. Unsere Familie wird also wachsen und das Baby uns komplettieren. Wahnsinn. 

Zurück aber zum nicht so schönen Teil. Mir ging es wochenlang elend. Mir war speiübel. Den ganzen Tag. Die Übelkeit potenzierte sich über den Tag hinweg. Je müder ich wurde, desto schlechter ging es mir. Mit Baby und Kleinkind Zuhause blieb mir keine Verschnaufpause, so dass ich abends zum Teil bereits um 19:30 Uhr völlig fertig einschlief. Da Lotta keinen Mittagsschlaf mehr macht und zu diesem Zeitpunkt noch nicht in den Kindergarten ging, blieb mir nichts anderes übrig, als mich durch den Tag zu kämpfen.

Ich musste in vielen Situationen so tun als ob nichts wäre, denn ich wollte unser Geheimnis bis mindestens zur 12. SSw für uns behalten. Der Mutterpass war stets  heimlich in meiner Dokumententasche (Lässig Dokumententasche Casual Mum’s Organizer*) mit dabei. Zwei Freundinnen heirateten in den ersten Wochen, jeweils standesamtlich und dann kirchlich bzw. mit einer freien Trauung. Einmal war ich Trauzeugin, einmal Brautjungfer. Durchhängen war also nicht drin und ehrlich gesagt wollte ich auch keiner Freundin den Tag der Tage mit meiner Neuigkeit nehmen.

Was mir in der Zeit gegen die Übelkeit geholfen hat:

  • oft essen (klingt banal, aber dadurch war der Blutzuckerspiegel konstant und es ging mir besser)
  • nach dem Aufwachen liegen bleiben (mit Baby und Kleinkind Zuhause auch keine einfachere Sache, aber an Tagen, an denen ich das Gefühl hatte ich müsse brechen, blieb mein Mann morgens ein paar Minuten länger und wickelte die Mädchen und ich konnte in Ruhe aufstehen)
  • essen was einem schmeckt (ich hatte von Beginn an Heißhunger auf bestimmte Lebensmittel und starke Abneigungen gegen z.B. Kaffee; ich habe also nur das gegessen, wonach mein Körper verlangt hat – auch nach einem großen Eis vom Restaurant zum goldenen Bogen oder nach einem Burger mit Pommes)
  • Ruhepausen (ein Mittagsschlaf wäre schön gewesen, aber war nicht drin. Meine Ruhepause startete, wenn mein Mann gegen 18 Uhr von der Arbeit kam)
  • frische Luft und Ablenkung (draußen sein und Verabredungen wahrnehmen und nicht absagen waren definitiv die besten Entscheidungen)
  • Medikamente (ich weiss, das ist ein heikles Thema, aber es gibt Medikamente, die Linderung verschaffen können und helfen; dem Baby in keinster Weise schaden, aber alles selbstverständlich nur nach Absprache mit der Frauenärztin!)

Letztendlich hilft aber im Großen und Ganzen nur eins: Durchhalten! Auch diese doch sehr beschwerliche Zeit, die doch die Freude am Anfang ein wenig dämpft, weil man sich so unfassbar elend fühlt, geht vorbei.

Mittlerweile geht es mir besser, aber so ganz verschwunden ist die Übelkeit und die damit verbundene Abneigung gegen mein Lebenselexier Kaffee noch nicht. Ich habe Wege gefunden, damit bestmöglichst umzugehen. Vielleicht habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht oder noch den ein oder anderen Tipp parat?! 

Bis bald!

Eure Sarah

* Diese Links sind Affiliate-Links. Für Euch entstehen durch die Nutzung dieser keine Mehrkosten, aber ihr unterstützt damit meine Arbeit. Danke!

 

 

 

4 Gedanken zu „Übelkeit in der Schwangerschaft“

  1. Liebe Sarah, vielen Dank für diesen ehrlichen Post. Ich bin momentan 12 plus 6 mit meiner 2. Tochter schwanger (Meine erste ist 19 Monate alt) und mir geht es genauso! Mir ist seit der 9. Woche sehr übel und abends ist es ebenfalls am schlimmsten, da fühle ich mich nur krank. In Bezug auf die Hilfsmittel kann ich dir auch nur zustimmen (siehe +28kg in der ersten SS). Diesmal habe ich noch Zitronenbonbons für mich entdeckt. Wie lange ging denn die Übelkeit bei Carla und Lotta bei dir? Bei mir damals bis zur 15. Woche, aber essen musste ich dennoch weiterhin ständig.. Hoffen Wir, es wird bald besser!

    1. Die Übelkeit dauert bei beiden über die 14.Ssw hinaus.
      Ich drücke dir fest die Daumen, dass es dir bald besser geht.
      Alles Gute weiterhin!

      Sarah

  2. Danke für Deinen Bericht! Ist ja toll dass es so schnell geklappt hat. Wieso dachtest Du denn, dass es nicht sein könne schwanger zu sein? Und dann noch eine Frage,- ist man risikoschwanger nach 2 vorangegangenen KS? Darf man es theoretisch auch dann noch spontan versuchen? Liebe Grüße und alles Gute !!!

    1. Hallo Tina!

      Es hat sofort geklappt, was ja nicht wirklich selbstverständlich ist, wenn du verstehst was ich meine.
      Risikoschwanger bin ich (soweit ich weiss) nicht.

      Ganz liebe Grüße

      Sarah

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.