September 12, 2018 // Just Blogging

Stärken und Schwächen einer Vierjährigen

(Werbung, da Markennennung. Es handelt sich dabei nicht um einen bezahlten Post.)
„Hatten Sie eine angenehme Reise“, fragt die Dame an der Rezeption. Ein Film läuft in meinem Kopf ab. Knapp vier Stunden Autofahrt mit zwei Kindern. Ich lächle sie an, „Ja, danke.“. Nein, unsere Autofahrt war nicht angenehm, aber ganz ok. Wir sind gut durchgekommen und es wurde kaum geweint oder gemeckert. Die Freude über die Einladung in die Autostadt und dem damit verbundenen Hotelaufenthalt überwog. An diesem Wochenende habe ich jedoch mehr gesehen, als eine interessant gestaltete Auto Ausstellung. Ich habe gesehen, wie gut sich meine Tochter bereits selbst reflektieren kann.

Nach der Ankunft, den ersten Formalitäten und dem Herumstreunen durch die Autostadt war auch schon Zeit, den Abend einzuläuten. Zwei Nächte in einem wunderbaren Hotel standen vor uns. Ein wenig mit Aufwand und Packerei verbunden, aber dieses Geschenk war es wirklich wert. Ich atmete innerlich tief durch. Meine Tochter weniger. Unbekannte Abläufe ängstigen sie eher. „Mama, jetzt hab ich Bauchweh vom ganzen Stress.“, sagte sie und setze sich zu mir. Wir kuschelten ein wenig auf dem weichen Hotelzimmer Boden. Beide schon bereit und umgezogen für das Essen im Restaurant.

Ich war erstaunt und stolz zugleich. Klar war ich auch besorgt, allerdings wusste ich, dass es ihr schnell besser gehen würde. Bauchweh durch Aufregung kannte ich schon von zu Hause. So einen ausgesprochenen Satz jedoch noch nicht. Marie hat in diesem Sommer wirklich einen Schritt nach vorn gemacht. Sie kann sich gut selbst einschätzen. Das macht sie mutiger.

Gleichzeitig kann sie ihre Schwächen erkennen und artikulieren. Ich fördere das und spreche häufig mit ihr darüber, wie sich wer gerade wohl fühlt. An diesem Abend waren wir die ersten im Hotel Restaurant. Es war noch leer. Eine besonders aufmerksame und empathische Kellnerin bot den Kindern an, dass sie mit ihr zusammen in der Küche ein Eis abholen dürfen. „So können Mama und Papa mal ein wenig in Ruhe essen.“, sagte sie. Ich war fast ein wenig neidisch und direkt stolz auf Marie, wie sie ihren kleinen Bruder an die Hand nahm und mit der fremden Dame losging.

Kurze Zeit später waren sie zurück. Mit Eis, Kochmützen und einem stolzen Grinsen im Gesicht. „Mama, eigentlich bin ich nicht mutig mit fremden Menschen“, erklärte Marie, als sie von ihrem Ausflug berichtete. Ja, das stimmt. Aber an diesem Abend ist sie wieder um eine gute Erfahrung reicher geworden. Neben den Kletterburgen, den Fahrsimulatoren für Kinder, den Autos und dem fabelhaften Essen, waren es diese Erlebnisse, die den Ausflug für uns zu etwas Besonderem gemacht haben.

Falls Ihr jetzt denkt, dass alles so schön harmonisch klingt. Keine Sorge. Bei uns war am zweiten Nachmittag die Erschöpfung zu spüren. Die äußert sich meist in Wein- oder Wutanfällen. Aber hey, was zählt sind die guten Erinnerungen. Schließlich spricht Marie heute noch von dem Lavendel Tunnel, der sich gedreht hat.

 

Wir bedanken uns an dieser Stelle für die freundliche und unverbindliche Einladung zum Autostadtsommer in Wolfsburg. Die Autostadt und das Ritz-Carlton waren wunderbare Gastgeber. Es handelt sich hierbei nicht um einen bezahlten Post.

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2 Kommentare

  • Reply Katharina Mayer September 12, 2018 at 11:26 am

    Mir gefällt deine Art Erlebnisse, Erfahrungen oder sonstige Dinge niederzuschreiben oder wie in deinen YT-Videos zu erzählen. Auch diesen Beitrag finde ich sehr gelungen und schön geschrieben. Hat Spaß gegemacht ihn zu lesen. VlG katharina

    • Reply Kathrin September 12, 2018 at 11:30 am

      Dankeschön, über so ein Feedback freue ich mich immer sehr!

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