Januar 22, 2021 // Kinderkram

Kinder besser verstehen

[Gastbeitrag]
Als Coach und Beraterin spreche ich mit Eltern über die Herausforderungen in ihren Familien. In meinem Gastbeitrag möchte ich Euch einen Einblick darüber geben, welches Wissen für uns Eltern hilfreich sein kann.

Ammenmärchen haben ausgedient. Häufig sind Eltern, denen ich begegne, gut informiert. Sie möchten Stress vermeiden und, dass es ihren Kindern gut geht. Sie geben den Bedürfnissen ihrer Kinder Raum, sind liebevoll und aufgeschlossen. Doch es gibt Stolpersteine, die zu kraftraubenden Problemen werden können. Gerade jetzt hilft es Euch, den Blick auf faktenbasiertes Wissen zu richten. Nicht isoliert auf Erziehungswissenschaft. Ich möchte Euch helfen auch Neurologie, Evolutions- und Bindungsforschung sowie Entwicklungsbiologie einzubeziehen. Jede Familie unter Euch hat individuelle Rahmenbedingungen. Ich helfe Euch heute, das Wissen zu
vernetzen!

Neurologie bei Kindern

Das Gehirn von Kindern ist viel stärker im emotionalen Teil aktiv als im Kognitiven. Das wissen wir aus der Neurobiologie. Der kognitive Bereich ist, lapidar gesagt, der in dem alles Handwerkszeug liegt, das wir im Laufe des Lebens erlernen.
Der Emotionale ist verantwortlich für „den Schauer, der uns über den Rücken läuft“, für „Bauchkribbeln“ und „weiche Knie“. Und für den einschlagenden Wutanfall eines Kleinkindes. Bei großem Stress übernimmt das emotionale Gehirn und das Kognitive ist aus der Verbindung gekappt. Es ist kontraproduktiv jetzt zu belehren oder zu schimpfen. Der Systemzusammenbruch muss überstanden werden. Dabei könnt Ihr Euch als Eltern fragen, was würde mir helfen, wenn in meinem Kopf ein Wirbelsturm tobt? Wie können wir die Anzahl der Wirbelstürme gering halten?

Emotionale Entwicklung bei Kindern

Kinder verfügen über ein funkensprühendes emotionales Gehirn. Demgegenüber steckt der kognitive Teil noch in den Kinderschuhen. So ausgestattet, ist es als kleiner Mensch schwer sich selbst zu regulieren. Und oben drauf kommt, dass für sie diese Gefühle auch noch neu sind!

Zum Glück wissen wir großen Menschen, dass „noch kein Meister vom Himmel gefallen ist“, dass „jedem mal ein Missgeschick passiert“ oder „heute nicht aller Tage Abend ist.“ Die Kleinen wissen es nicht. Sie müssen diese Erfahrungen noch machen und auch machen dürfen. Es ist fair, wenn wir alten Hasen sie dabei wertschätzend begleiten.

Verhalten besser verstehen

Kinder sind „Ver-Bindungs-Wesen“. Diese Erkenntnis entstammt der
Bindungsforschung. Mama und Papa so zu reizen, dass man als ‚trotziges‘ Kleinkind die Nacht vor statt in der Höhle verbringen musste, wäre evolutionsbedingt auch wenig sinnvoll. Woher kommen also Konflikte, die uns zur Weißglut treiben?

Zum einen: Wir fühlen uns provoziert – das passiert in uns. Ein kritischer Blick auf uns selbst lohnt sich. Zum anderen: Es sind Missverständnisse. Kinder kooperieren viel mehr als wir wahrnehmen.
Wir sind es gewohnt Verhalten zu bewerten und in „gut“ oder „schlecht“ zu
unterteilen. Das kann verletzend sein. Wir überfordern Kinder („zeig Einsicht, auch wenn du wütend bist“). Oder wir werten ab: „Das Kind bockt nur, weil es seinen Willen durchsetzen will.“ Diese Haltung verstärkt Konflikte.

Besser ist, das Verhalten als wertvolles Signal zu sehen. Als Spitze eines Eisbergs. Entscheidend ist, was unter der Oberfläche liegt. Gefühle und Bedürfnisse Unter der Oberfläche liegen unsere Gefühle und Bedürfnisse. Unsere Hoffnungen und Ängste. Erwachsene haben gelernt diese zu artikulieren und für sich selbst zu sorgen. Kinder brauchen dafür Unterstützung.

Das Fundament bildet: Das Bedürfnis nach Sicherheit. Das Bedürfnis danach, gesehen und gehört zu werden. Der Wunsch wertvoll zu sein. Der Wunsch nach Verbindung zu denen, die wir lieben und nach Zugehörigkeit.
Und gleichwertig: Der Wunsch entscheiden zu dürfen, autonom zu sein und selbst eine Wirkung zu haben.

Diese Hintergründe motivieren das Verhalten unserer Kinder. Schaut mit ehrlichem Interesse hin und fragt nach! So könnt Ihr Lösungen finden, die Eure Beziehungen stärken.

Seid Ihr neugierig auf mehr? Dann kommt sehr gerne in meinen Kurs „Kinder besser verstehen nach Katia Saalfrank“ oder nutzt die Gelegenheit Euch von mir in der Beratung oder im Coaching unterstützen zu lassen.
Hier findet Ihr mich: www.nobbe-elterncoaching.com
Ich freue mich auf den Austausch mit Euch!

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