Mai 9, 2018 // Kinderkram

Sprechen, Sprache und erste Wörter

Mein Highlight der letzten sieben Tage möchte ich gerne mit Euch teilen. Carls erste Wörter. Nachdem drei Eckzähne nun das Licht der Welt erblickt haben, ist sein Sprachzentrum aus dem Standby Modus erwacht. Plötzlich sprudelt es neue Wörter. Es sei dazu gesagt, dass seine große Schwester mit 18 Monaten schon bei den zwei Wort Sätzen angekommen war. Mit Sicherheit wird er aufholen. In zwei Jahren wird es vermutlich Momente geben, in denen ich mir wünsche, dass er weniger auf mich einplappert. Aber jetzt feiere ich jedes Wort, jeden Fingerzeig und jedes Melodien Nachsummen von ihm. Nur eines hätte ich dabei nicht erwartet.

„Mmma?! Mmma?!“, sagte er und stand vor unserer Haustür. Er zeigte durch das Fenster auf ein silbernes Auto. „Nein, die Oma kommt heute leider nicht.“, antwortete ich und realisierte, dass ich mich tatsächlich mit meinem Sohn unterhalte. Meine Mutter fährt ein silbernes Auto. Er hatte sie erwartet, als ein Handwerker vor unserem Haus parkte. Es sind diese Momente, die ich ab nun aufschreibe. Von Marie hatte ich damals auch einige erste Sätze und Wörter notiert.

Die Sprachentwicklung finde ich persönlich mit das spannendste bei meinen Kindern. Selbst heute bemerke ich bei Marie noch viele Feinheiten, die sich ändern. Ja, auch die „bösen“ Wörter aus dem Kindergarten kommen zu Hause an. Aber eben auch Schachtelsätze. Neue Argumentationsketten. Sie hinterfragt Wörter, die sie nicht versteht. Dass Menschen unterschiedliche Sprachen sprechen können, weiß sie jetzt. Nein, Mama kann kein Türkisch oder Russisch. Aber Mama muss aufpassen, wenn sie schimpft und flucht, denn die Kinderohren saugen alles auf.

Ich freue mich so, wenn Carl jede „Tüa“ oder „Lampee“ benennt und seiner kleinen Freundin nun den Namen „Lala“ gibt. Die Sprache macht so vieles leichter mit den Kindern. Gleichzeitig gibt es wieder mehr preis, welchen Charakter die Kinder haben und welche Interessen. Womit ich nicht gerechnet hatte? Ähm… ja, eben damit. Mit dem „Mama? Ähm..“, was er orginal von seiner Schwester nachahmt. Na klar, denn auch sie fördert seine Sprache.

Neulich gab es Streit um ein Spielzeug Auto. Ein Nachbarsjunge wollte gerne Carls Auto testen. Marie war dagegen. Mein Vorschlag, war ebenso verzweifelt wie sinnlos: „Es ist Carls Auto, also frag doch den Carl, ob er es überhaupt braucht, Marie!“. Gesagt, getan. Marie baute sich vor Carl mitsamt Auto auf und fragte: „Carl? Willst Du das Auto haben? Sag mal „JA!““ und Carl antwortete prompt „Ja!?“. Es war wirklich zum Schmunzeln. Aber auch der Startschuss für ein weiteres erzieherisches Aufgabenfeld. Immerhin kann Carl seit dem „Ja“ sagen. Ein kleines Wort mit großer Wirkung.

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2 Kommentare

  • Reply Lollo Mai 9, 2018 at 6:33 pm

    Liebe Kathrin,
    ich freue mich so mit dir! Ich habe auch die ersten 50 Wörter meiner Tochter aufgeschrieben (sie ist 8 Tage jünger als Carl), weil ich es so absolut spannend finde, wie sich die Sprache entwickelt. Und mit Erreichen der 50-Wortgrenze setzte auch echt der Wortschatzspurt ein. Als Sprachtherapeutin kannte ich das zwar aus der Theorie, aber es bei dem eigenen Kind zu beobachten war echt toll. Ab 50 Wörtern kam ich nicht mehr mit mit Aufschreiben. Toll, dass du das auch machst.
    Ich finde es auch so schön, mitzubekommen, was in dem kleinen Köpfchen vor sich geht und dass man sich, wie du schriebst, richtig unterhalten kann. Ich finde es toll, wenn du witzige/spannende sprachliche Anekdoten deiner Kinder teilst. Das hilft manchmal die Kinder besser zu verstehen.
    Unser sprachliches Highlight des heutigen Tages: „Mama, bitte helfen“ <3. Vor zwei Wochen setzte die Maus ihre Mütze falsch herum auf und ich fragte, ob ich ihr die Mütze richtig aufsetzen solle: Antwort: "Nein, falsch." ;D
    Am Rande: Bei uns sind auch erst 8 Zähne da… da war Zeit für anderes.

    Liebe Grüße,
    Lollo aka languagelolli

    • Reply Kathrin Mai 9, 2018 at 8:49 pm

      Aha! Das mit den 50 Wörtern wusste ich noch nicht 🙂 Wieder was gelernt!

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