Januar 3, 2018 // Just Blogging

Schwangerschaftsupdate – 32 Wochen schwanger

Gestationsdiabetes – Schwangerschaftsdiabetes ist eine der häufigsten Begleiterkrankungen einer Schwangerschaft, aber auf sämtichen Social Media Kanälen scheint es entweder niemanden zu betreffen oder die Betroffenen verschweigen aus Scham dieses doch besonders wichtige Thema! Als bei mir kurz vor Weihnachten diese Erkrankung, die meist nach Beendigung der Schwangerschaft wieder verschwindet, im Raum stand, stand ich um ehrlich zu sein, erstmal unter Schock. 

Meine Frauenärztin rief direkt aus dem Sprechzimmer beim Diabetologen an, bei dem ich noch am selben Nachmittag vorstellig werden sollte. Als mir bewusst wurde, dass ich vielleicht Schwangerschaftsdiabetes habe und das unbehandelt Risiken für meinen Sohn bedeuten kann und ich vielleicht fortan mehrmals täglich meinen Blutzuckerwert ermitteln müsste – ja, da kamen mir erst einmal die Tränen. Aus Unbekümmertheit wurde Sorge und aus Sorge wurde Angst.

An diesem Tag stand mir mein Mann zur Seite, beruhigte mich und begleitete mich auch am Nachmittag zum Termin beim Diabetologen. Eine Beraterin klärte mich zunächst über „gute“ und „böse“ Kolenhydrate auf. Ich wurde innerlich ziemlich wütend. Ich weiss schließlich, was gesund ist und was nicht. In der Schwangerschaft nehme ich es allerdings nicht so genau und ich fragte mich, ob das schon gereicht haben sollte, um eventuell meinem ungeborenen Kind zu schaden?! Der Arzt schaute mich an und stellte direkt klar, dass er bei mir nicht an eine Gestationsdiabetes glauben würde, aber ich solle doch die nächsten Tage sechsmal täglich meinen Blutzucker testen. Ich war schon wieder den Tränen nahe. Über Weihnachten?! Na prima! Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen. Da es aber vorrangig um unseren Sohn geht, habe ich das aber natürlich gemacht. Außerdem sollte ich „verschärfte“ Grenzwerte einhalten, denn unser Sohn hat zuviel Gewicht. Während des Ultraschalls wurde festgestellt, dass der Kleine einen ordentliches Bäuchlein hat. Puh,… viele Informationen prasselten auf uns ein und ich war mehr als verunsichert. Bisher gab es keinen einzigen Blutzuckerwert, der eine Schwangerschaftsdiabetes bestätigt hätte. Selbst der Langzeitwert, der im Blut nachweisbar ist, war völlig in Ordnung.

Ihr seht, es herrschte vor Weihnachten absolutes Gefühlschaos und dann schlug auch noch ein hartnäckiger Magen-Darm-Virus unsere Familie nieder. Beide Mädchen hatten zudem eine Bindehautentzündung, mein Mann hat es besonders schlimm erwischt, denn er hatte auch noch kurz vor Weihnachten Geburtstag. Es fiel gefühlt alles ins Wasser. Geburtstag, Weihnachten, leckeres Essen und dann kam noch die Sorge um unseren Sohn dazu.

Hier ein paar Fakten über die bisherigen 32 Schwangerschaftswochen

Schwangerschaftswochen, Gewichtszunahme

Seit Beginn der Schwangerschaft habe ich mittlerweile 14 kg zugelegt. In den letzten Wochen ist nicht mehr viel an Gewicht hinzu gekommen, aber wie eine Feder fühle ich mich derzeit weiß Gott nicht. Kugelrund trifft es da eher. Meine Füße sehe ich kaum noch und am liebsten trage ich Schuhe, in die ich einfach hineinschlüpfen kann. Bücken und so ist gerade nicht mehr so drin. Fühle mich dann immer wie eine Hundertjährige.

Symptome

Rückenschmerzen begleiten mich seit ein Wochen täglich. Mal schlimmer, mal weniger schlimm, mal unerträglich. Akupunktur hilft mir derzeit am besten. Mein Mann rollt wacker fast jeden Abend mit dem Igelball über meinen Rücken. Ich weiss aus den vorherigen Schwangerschaften, dass jetzt oft nur Zähne zusammenbeißen hilft. Osteopath, Massagen, Physio, Wärme, Yoga und Co helfen mir nicht wirklich. Wenn mein Körper wieder weniger Gewicht tragen muss, dann wird es schnell besser. Meist war das Thema Rückenschmerzen bereits bis zum Rückbildungskurs vom Tisch.

Stimmung

Die Stimmung war hier in den letzten Wochen sehr durchwachsen. Besonders als plötzlich der Verdacht zur Gestationsdiabetes vor Weihnachten im Raum stand und ich von jetzt auf gleich zum Diabetologen musste und dann sechs mal am Tag meinen Blutzuckerwert testen muss(te), überkam mich eine große Angst, Unzufriedenheit und Sorge um unser Baby. Bisher hat sich der Verdacht nicht bestätigt, allerdings teste ich weiterhin, bis ich den nächsten Ultraschalltermin am Donnerstag habe. Drückt mir die Daumen!

Kein Blutzuckerwert war bisher zu hoch, aber da ich sowohl den Zuckertest in der Kurzvariante (bei diesem muss man nicht zwingend nüchtern sein) als auch den Glukosetoleranztest in beiden Schwangerschaften nicht vertragen habe, wurde zuvor meine Blutzuckerwerte auf mein Wunsch hin in den letzten Wochen zunächst nicht getestet. In beiden Fällen musste ich mich heftig übergeben und lag dann anschließend zitternd mit unterirdischem Blutdruck in der Praxis. Jetzt musste allerdings genau hingeschaut werden. Nicht schön, aber erforderlich, auch wenn mein Langzeitblutzuckerwert auch keine Auffälligkeiten aufwies. Nach wie vor bin ich nicht ganz frei von Sorge um meinen Jungen, aber nach Diabetes sieht es nicht aus. Ich hoffe jetzt auf einen Messfehler oder darauf, dass der Kleine jetzt in die Höhe gewachsen ist. Hauptsache ihm geht es gut und er ist gesund.

Heißhunger und Abneigungen

Heißhunger – er lässt tatsächlich mit wachsendem Bauchumfang ab. Ich schaffe kaum noch richtig große Portionen, gönne mir aber nach wie vor hier und da ein paar Leckereien. Auch meine große Leidenschaft zu Snackmöhren lässt jetzt nach. Ich habe bestimmt zig Kilogramm Möhren in dieser Schwangerschaft verputzt. Ihr wisst ja, diversen Süßspeisen war und bin ich auch nie abgeneigt ;)!

Highlight

Bei einem der letzten Ultraschallterminen bei meiner Gynäkologin switchte sie auf einmal um und tadaaaa, da sah ich den kleinen Mann in 3D. Mir schossen direkt vor Aufregung Tränen in die Augen. Auf einmal konnte ich ihn so richtig sehen. Verrückt irgendwie, aber unfassbar schön. Als ich meinem Mann später das Bild zeigte und fragte, an wen ihn der Kleine erinnert, da sagte er sofort „Carla“.

Wir sind unglaublich gespannt wie unser Sohn aussehen wird, vor allem deshalb, weil Carla und Lotta sehr unterschiedlich aussehen. Spannend. Außerdem hatte ich den ersten CTG-Termin. Immer wieder auf`s Neue aufregend!

Kindsbewegungen

Mein Bauch ist groß, der Bauchbewohner ist mittlerweile auch ganz schön gewachsen. Sein Bewegungsdrang ist groß, aber der Platz ist begrenzt. Er tritt oftmals in den Oberbauchbereich, aber auch gerne mal gegen die Rippen. Aua. Schön, aber manchmal ganz schön intesiv. Ein besonders ruhiges Kerlchen scheint er auf jeden Fall nicht zu sein.

Gekauft, geliehen, ins Auge gefasst

Das Babyzimmer ist fast fertig. Mitte Januar werden noch zwei Möbelstücke geliefert und dann kommt noch ein bisschen Farbe an die Wand. Wir haben bereits ein Stück gestrichen, eben da, wo dann später das Bett seinen Platz findet. Türkis, Weiß, Gelb und Blau sind die Hauptfarben in seinem Zimmer. Ich gebe Euch auch einen Einblick, sobald wir fertig sind. Uns gefällt es auf jeden Fall jetzt schon. Erfrischend, mal Farben jenseits von Pink und Rosa in einem Kinderzimmer zu sehen.

Mittlerweile habe ich die Grundausstattung an Kleidung für unseren Sohn zusammen. Ein paar schöne Pullover, bequeme Hosen und Strampler in 50/56 sind in den Kleiderschrank gezogen und auch sein erstes Outfit liegt bereit und findet bald seinen Platz in der Kliniktasche.

Ich weiss, es gibt schlimmeres als eine Schwangerschaftsdiabetes, aber mich hat das alles ganz schön aus der Bahn geworfen. Vor allem deshalb, weil man so gut wie nichts von anderen jemals davon gehört hat, obwohl es doch gar nicht so selten ist. Mir ist an dieser Stelle nur wichtig auf das Thema hinzuweisen, denn ich finde, es sollte absolut kein Tabuthema sein!

Morgen habe ich meinen nächsten Ultraschalltermin und ich hoffe, dass es dem Bauchbewohner gut geht. Besonders nach den letzten Wochen wünsche ich mir, dass hier ein bisschen Ruhe einkehrt und dass ich die letzten Wochen der Schwangerschaft möglichst sorgenfrei genießen kann. Danke für Eure lieben Genesungswünsche für meine Familie in den letzten Tagen und die Anteilnahme!

Passt auf Euch auf und bleibt gesund!

In diesem Sinne

bis bald!

Eure Sarah

 

 

 

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5 Kommentare

  • Reply Nadine Januar 3, 2018 at 11:50 am

    Schöner Blogbeitrag, finde auch man sollte mehr über solche Themen sprechen.

  • Reply Sarah Januar 3, 2018 at 12:20 pm

    Liebe Sarah,
    ich drück dir ganz fest die Daumen das du morgen erleichtert vom Arzt wieder nach Hause kommst. Es wird sicher alles gut sein. Danke für deinen Bericht darüber.
    Ich hoffe ihr könnt die letzten Wochen genießen ohne Krankheiten und Sorge.
    Alles Liebe
    Sarah

  • Reply Birgit Januar 3, 2018 at 12:26 pm

    Liebe Sarah, ich kann die Sorgen und Ängste sooo gut nachvollziehen! In meiner dritten Schwangerschaft hatte ich die gleiche Tortur durchmachen müssen! Anfangs war alles in Ordnung. Doch dann stand ein normaler Routine bluttest an und der brachte völlig überhöhte Zuckerwerte. Da ich im Ausland lebe, gestaltet sich die ärztliche Vorsorge deutlich schwieriger. Um es kurz zu machen, haben Sie mich erstmal ins Krankenhaus verfrachtet… ständiges messen des zuckerspiegels war dann an der Tagesordnung… das hat mich furchtbar belastet. Als ich nach der xten Messung darauf bestand, wieder nach Hause zu dürfen (alle Werte waren hervorragend), wurde ich endlich entlassen. Messen musste ich weiterhin- kein einziger Wert war außerhalb der Norm. Bis zum geburtstermin wurde ich ständig auf gesunde Ernährung hingewiesen- was ich absolut unbegründet fand (Gewichtszunahme war lediglich 8 kg) und das Kind eher zart und leicht… mich hat das ganze sehr verärgert. Am Schluss wurde dann lapidar gesagt, dass wohl ein Fehler seitens des Labors vorlag…
    ich drücke dir auf jeden Fall alle Daumen, dass die Werte bei dir stabil bleiben und du bald vom leidigen messen und der Ungewissheit erlöst wirst.
    Liebe Grüße

  • Reply Claudia Schmidt Januar 3, 2018 at 9:30 pm

    Liebe Sarah, ich bin 3 Wochen hinter dir in meiner 2. Schwangerschaft. Übermorgen steht mein Zuckertest an. In meiner ersten Schwangerschaft vor zwei Jahren wurde bei mir bei beiden Zuckertests jeweils ein Wert an der Grenze festgestellt. Ich musste nicht spritzen, aber Diät halten und 4x täglich messen. Ich hatte auch insgesamt 28kg zugenommen, war unglaublich verzweifelt und fühlte mich schuldig dafür, dass ich mir und meinem Baby durch meine Heißhungerattacken und Gelüste geschadet haben könnte. Ich sollte auch alle 2 Wochen zum Diabetologen und meine stets ordentlichen Werte vorlegen. Irgendwann entschied ich mich gegen diese Vorsichtsmassnahmen, die ich selbst als Tyrannei empfand. Mein Baby wog übrigens 3550g und ich nach einem Jahr weniger als vor der Schwangerschaft. Dieses Mal traue ich mich aber kaum an Süßigkeiten ran. Dennoch bin ich nun bei 10kg +. Ich kann deine Gefühle und Gedanken also sehr gut nachvollziehen. Die Belastungswerte für die Tests wurden übrigens erst vor wenigen Jahren wieder herabgesetzt. Also ist für mich ohnehin fraglich, inwiefern bei solch grenzwertigen Fällen wie uns nicht einfach das Gesundheitssystem auf seine Kosten kommt! Ich drücke dir weiterhin fest die Daumen! Ich hätte mir damals gewünscht, einen solchen Beitrag zu lesen. Alles Liebe, Claudia

  • Reply Susanne Januar 9, 2018 at 7:20 pm

    Liebe Sarah, ich habe eine Insulinresistenz (obwohl ich schlank bin – ich gehöre einfach zu der Bevölkerungsschicht, die einfach Pech hat) und musste von Anfang an meinen Blutzucker kontrollieren. Mich hat das ehrlich gesagt die gesamte Schwangerschaft beschäftigt und ich kann nachvollziehen das du dir sehr viele Gedanken darüber machst. Ich weiß aber auch von vielen Frauen, die überhaupt nix mit Diabetes am Hut haben und wo die Kinder einfach groß sind. Meine Hebamme hat alle ihre 7 Kinder über 5 Kilogramm natürlich gebären können und da war auch nichts mit Schwangerschaftsdiabetes. Vielleicht beruhigt es dich ja zu wissen bei mir waren alle Werte immer gut. Die Werte nach dem Essen waren noch gerade im Grenzbereich, der Langzeitwert sogar ganz niedrig. Ich brauchte bis zum Ende der Schwangerschaft kein Insulin, worauf ich sehr stolz bin aufgrund meiner Vorerkrankung. Unsere Tochter kam mit Traumwerten auf die Welt und entwickelt sich prächtig. Ich konnte es selbst nicht in meiner Schwangerschaft weil ich auch Niemanden kannte mit dem ich diese Krankheit in dieser speziellen Form teile. Im nachhinein hab ich mir viel zu viele Gedanken gemacht. Aber das sagt sich ja danach immer so leicht. Ich hoffe meine Geschichte konnte dir ein wenig Mut machen. Gute Besserung euch allen. Vielen Dank für den Artikel.

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