Vom Leben im Neubaugebiet

Wir sind die ersten Bewohner in einem Neubaugebiet der grünen Hauptstadt Europas. Wir leisten Pionierarbeit. Angefangen bei Strom und Wasser, welches in die Baustraßen gebracht werden soll, über die Deutsche Post bis hin zur Müllabfuhr. Viele Familien finden hier auf diesem Fleck Erde neu zusammen. Wir fühlen uns, wie Schulkinder, die in eine neue Klasse kommen. Es ist aufregend und ungewiss, auf welche Charaktere wir treffen. Welche Häuser werden noch gebaut? Wie wird die Stimmung untereinander sich über die Jahre entwickeln?

Ich möchte direkt mal allgemein behaupten, dass jeder Bauherr nach einer Weile innerlich geschwächt und entsprechend gereizt ist. Egal wie gut die Bauphase laufen mag, es gibt sie. Die Stolpersteine, die neuen Belastungen und Überforderungen. Diese Bauherren treffen nun aufeinander. Euphorisch, endlich andere Leidensgenossen zu finden. Menschen, die ähnliche Hoffnungen und Sorgen in das Projekt Hausbau stecken.

Es gleicht ein wenig dem Einzug in den Big Brother Container. Die Stimmung der Kandidaten ist gut. Alle begrüßen sich freundlich, tauschen Kontaktdaten und persönliche Informationen aus. Es wird gescherzt. Es wird getuschelt. Erste Allianzen bilden sich heraus. Der Groll auf bestimmte Herren im Bauamt eint uns alle. Dennoch kann ich sie sehen. Die ersten Risse in den frisch verputzten Fassaden.

Der Rauch der Bauarbeiter wird abziehen. Das dauert eine Weile, denn geraucht wird viel am Bau, aber die Luft wird klarer. Wenn der Baustaub sich legt. Die Baustraße ersetzt wird und der erste Laternenmast erleuchtet. Dann, ja dann bin ich mir sicher, wird es sich entscheiden. Werden alle miteinander auskommen? Oder wird auch in unserem Neubaugebiet ein Streit vom Zaun gebrochen? Kinderlärm, Zaunhöhe, Entwässerung oder Räumpflicht. Skandale, Skandälchen und familiäre Schicksale. Das alles werden wir in den neu benannten Straßen erleben. Die Frage ist nur, wann bzw. wen wird es zuerst treffen.

Ich mache mir da nichts vor. Ich denke, die meisten unserer Nachbarn auch nicht. Sei das erste aufeinander Treffen noch so fröhlich. Die Jahre bringen Ereignisse mit sich, die wir jetzt noch gar nicht abschätzen können. Ganz gleich, wie viel jeder bereits mit dem eigenen Leben, dem Bau und der Familie ausgelastet ist. Das Leben im Neubaugebiet wird jeden Bewohner beeinflussen.

Herzlicher Spaß und Freude kommt auf, wenn wir schon jetzt die zukünftigen Nachbarskinder miteinander spielen sehen. Wie sie Steine in Pfützen werfen oder Kekse teilen. Diese Kinder werden zusammen viel erleben, teilen und groß werden. Unbeschwert, behütet und unvoreingenommen.

5 Gedanken zu „Vom Leben im Neubaugebiet“

  1. Guten Tag!
    Zunächst einmal, ein sehr schöner und informativer Blog! Super!
    Wir planen ebenfalls mit Viebrock zu bauen und haben zwei „drückende“ Fragen. Vielleicht finden Sie die Zeit und können uns helfen. Das wäre prima.
    Ein befreundeter „Architekt“ hat sich die Entwurfszeichnung des Viebrockhauses angeschaut und glaubt nicht, dass die Wandstärken insbesondere die Dicke der Bodenplatte aus statischen bzw. kfw40 Gründen genügen. Da laut Werkvertrag die Bauzeichnung der Bauleistungsbeschreibung vorgeht, vermutet er, dass nach Vertragsunterzeichnung irgendwann dann die genaue statische und kfW 40 Berechnung erfolgt und die vertraglich (Klausel) festgeschriebene 5% Erhöhung bei statischen/kfW -Erfordernissen greift, sprich das Haus gute 15.000 Euro (quasi von Viebrock eingeplant) teurer wird. Wie sind da Ihre Erfahrungen???
    Und nun zu Ihrer Heizung. Sind Sie immer noch zufrieden? Würden Sie wieder eine Abluft-Wärmepumpe nehmen? Haben Sie immer ausreichend Warmwasser? Wie groß ist Ihr Warmwasser-Speicher?

    Vielen Dank im Voraus!

    1. Hallo,
      also Probleme mit unserem KFW Kredit hatten wir nicht. Würde VB da einen Fehler machen, wäre das ja auch geschäftsschädigend und jeder könnte klagen. Warmwasser haben wir ausreichend für 4 Personen. Zur Heizung kann ich noch nicht viel sagen, da wir erst seit Januar im Haus wohnen. Da hat sie gut funktioniert. Viele Grüße

      1. Hallo Kathrin!

        Vielen Dank für die schnelle Antwort!
        Mmh…fraglich ist, ob „man“ es merken würde. Wenn VBH kommt und sagt, aufgrund des Bodengutachtens muss die Bodenplatte bzw. die Innenwände so und so dick sein, das kostet leider den Aufpreis X….ich hätte es nicht gemerkt. Daher meine Frage, ob bei Euch dann nachträglich der Festpreis fürs Haus „angehoben“ wurde, sprich, ob Dinge wie Bodenplatte, Innenwände, Rolläden (wegen kfw) oder so, also Dinge die für einen Laien zum Hauskauf bzw. Festpreis dazugehören, teurer wurden oder tatsächlich „nur“ „grundstücksspezifische“ Kosten dazu kamen und ob die im Rahmen lagen…..

        Sorry, wenn ich so dreist bin und gerade quasi noch Fragen nachschiebe. Vielleicht hast Du Zeit und Lust sie zu beantworten.
        Wir würden uns sehr freuen!

        Vielen Dank und schöne Grüße aus dem heißen Rhein-Main-Gebiet!

        Thomas und Marie

        1. Hallo,
          nein, am Festpreis wurde nichts geändert. Was die Bodenspezifischen Arbeiten betrifft macht VB vorab ja eine großzügige Schätzung und die wurde in unserem Fall nicht voll ausgeschöpft. Die Bodenplatte und die Innenwände ändern sich ja nicht in ihrer Beschaffenheit. Viel Spaß beim Hausbau und alles Gute!

          1. Hallo Kathrin!
            Vielen Dank für Deine Antwort!
            Wir haben mittlerweile unterschrieben und freuen uns. Schöne Grüße!

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