November 26, 2020 // Kinderkram

Konzentrationsförderung für Vorschulkinder

Fangen wir ganz vorne an. Was ist eigentlich Konzentration und warum ist sie so wichtig? Als Konzentration bezeichnet man die willentliche Fokussierung der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Tätigkeit, das Erreichen eines kurzfristig erreichbaren Ziels oder das Lösen einer gestellten Aufgabe. Schule in Deutschland ist ein relativ starres System. Unterrichtseinheiten, Pausen – alles ist vorgegeben. Die größte Umstellung für die Heranwachsenden ist, dass sie nicht mehr genau dann das machen dürfen, was sie wollen, sondern ein Stundenplan gibt in den meisten Schulen vor, was wann für Unterricht stattfindet. Jedes Kind hat natürlich seine Vorlieben und Lieblingsfächer und viele auch einen großen Bewegungsdrang, so dass es für den ein oder anderen – trotz Bewegungspausen – nicht immer leicht fallen wird, sich auf „Knopfdruck“ zu konzentrieren. Mir selbst ist das in der ersten Klasse damals wirklich schwer gefallen und habe nach und nach für mich Strategien entwickelt, mich besser fokussieren zu können. Das war bei mir ein langer intrinsisch motivierter Lernprozess. Damals hätte ich mir da mehr Unterstützung gewünscht.

Kinder sind heutzutage oftmals einer Vielzahl an Reizen und Geräuschquellen ausgesetzt. Die schnelllebigen Medien, mit denen die Kinder aufwachsen, tragen häufig auch zu einer Reizüberflutung und mit einer damit einhergehenden Überforderung der Kinder bei. Durch diese doch häufig täglichen Belastungen können sich Konzentrationsschwierigkeiten einstellen, die besonders in der Schule schnell zu einem großen Hindernis werden können. Kindern mit Konzentrationsschwierigkeiten kann es schwer fallen, dem Unterricht zu folgen oder Arbeitsaufträge zu bearbeiten. Das kann im schlimmsten Fall zu Lernblockaden führen. Viele Kinder leiden unter einer Konzentrationsschwäche. Das ist nichts, was für immer bleiben muss, denn das kann man tatsächlich trainieren.  Heute möchte ich deshalb ein paar Ideen teilen, die helfen können, die Konzentration zu fördern.

  1. Ablenkungen erkennen und ausschalten. Total simpel. Eine ruhige Atmosphäre schaffen, die nur wenig Ablenkung bietet, hilft vielen Kindern sich auf nur eine bestimmte Sache zu konzentrieren.
  2. Malen, basteln, bauen und puzzeln. Alles selbstverständlich?! Prima, denn genau das ist es, was den Kindern hilft sich länger mit einer Sache zu beschäftigen und sich zu konzentrieren. Die Interessen gehen oft weit auseinander. Die einen beschäftigen sich stundenlang akribisch mit Bügelperlenbildern, die anderen bauen lieber eine Legolandschaft. Ganz egal, Hauptsache die Kinder haben Spaß und können ihren Interessen nachgehen.
  3. Vorlesen. Für viele gehört das abendliche Vorlesen als Ritual ganz selbstverständlich in den Familienalltag. In ruhiger und gemütlicher Atmosphäre lernen die Kinder aufmerksam zuzuhören. Auch nach einem anstrengenden Tag versuche ich mich immer wieder zu motivieren genau das zu tun, denn die Kinder profitieren sehr davon. Ganz nebenbei erweitern sie ihr Wissen, ihr Vokabular, die Fantasie wird angeregt und auch die Fähigkeit des längeren Zuhörens wird ebenso geschult. Hier werden alternativ oder auch ergänzend Hörspiele gehört.
  4. Konzentrationsübungen für zwischendurch. Es muss nicht immer kompliziert sein. Das „Ich packe meinen Koffer“ Spiel verbessert beispielsweise spielerisch die Konzentrationsfähigkeit. Das Beste an vielen Spielen ist, dass man kein Material dafür benötigt und sie einfach in den Alltag ohne großes Tamtam integrieren kann.
  5. Sport und Bewegung. Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang. Entdeckerlust und Bewegungsdrang prägen das Spiel im Kleinkindalter. Das Kind möchte seine Fähigkeiten ausprobieren, Neues entdecken und seine Grenzen erkunden. „Zappelphilippe“ sind beim Lernen unaufmerksam, stören häufig den Unterricht und sind leicht ablenkbar. Bewegungspausen bieten im Unterricht eine wertvolle Möglichkeit, um nach längeren theorie- oder sitzintensiven Unterrichtsphasen, Körper und Geist zu regenerieren und so Konzentration und Motivation zurückzubringen. Aufkommende Unlust und Unruhe kann damit rechtzeitig entgegengewirkt werden. Generell empfinde ich es als wichtig, dass die Kinder sich auspowern und Spaß an Bewegung haben und dieses auch zu fördern. Verschiedene Sportarten ausprobieren lassen und vielleicht ein festes sportliches Hobby. Stressabbau findet vor allem durch Bewegung statt und bietet später einen adäquaten Ausgleich für den Schulalltag.

Zu guter Letzt hier ein paar Bücherempfehlungen mit tollen und leicht umsetzbaren Ideen für Vorschulkinder sowie Rätselblöcke mit ersten leichten Übungen für Vorschul- und Kindergartenkinder:

Ich wünsche allen von Herzen eine tolle Vorschulzeit mit vielen Abenteuern und unvergesslichen Erlebnissen!

Bis bald!

Eure Sarah

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