November 1, 2019 // Working Mom

Betreuungsmisere Grundschule

Nun geht es also los bei uns mit dem Thema Schule. Tief im Herzen freue ich mich auf diesen Abschnitt. Ich habe selbst nur gute Erinnerungen an die Schulzeit. Ich denke, auch meiner Tochter wird die Schule Freude bringen. Doch was als berufstätige Mutter wirklich furchteinflössend ist, ist die Betreuungsmisere in Deutschland. Es ist doch wirklich absurd! Die Kinder sind im Kindergarten bestens betreut. Du startest zurück in den Beruf und dann ab der Grundschulzeit wird Dein Kind für genau 3 Stunden betreut! Einen Rechtsanspruch gibt es noch nicht. Bravo, Deutschland!

Ich vermute, wir werden Glück haben und für Marie einen der wenigen Betreuungsplätze in unserer Grundschule bekommen. Gewissheit habe ich erst zu Ostern. Doch beim Gespräch mit der Direktorin zur Anmeldung meiner Tochter wurde mir ganz Bange! Ihre Prognose war schlecht und die Stimmung ernüchternd. Denn auch ihr sind die Hände gebunden. Die Stadt Essen wünscht sich von ihr „kreative Lösungen“. Die arbeitenden Eltern können nur hoffen oder gedanklich schon mal ihren Job kündigen. Wirklich, ich saß da und fragte mich, was passiert, wenn ich im August wieder meinen Job kündigen müsste.

Laut einem Artikel aus der „Welt“ haben im Bundesdurchschnitt 48% aller Grundschüler eine Betreuung am Nachmittag. In den verschiedenen Bundesländern sieht es teilweise noch schlechter aus. Da frage ich mich, ob man das nicht längst hätte verbessern können?! Welche Eltern können denn bitte mit 3 Stunden Arbeit am Tag eine Familie ernähren? Welches Unternehmen macht das mit? Ich spreche hier noch nicht mal von dem Wunsch, eine bestimmte Karriere voranzutreiben. Aber Fachkräfte können in Deutschland sicher nicht gut leben und arbeiten, wenn ein Kind mit 6 Jahren zum Problem wird.

Bei uns hat es sich super eingespielt. Die Kinder sind gerne in ihrer Betreuung. Theoretisch könnte ich auch meine Arbeitsstunden steigern. Doch ein Stück weit möchte ich noch für sie da sein. Also arbeite ich 20 Stunden in der Woche. Wenn meine Tochter nächstes Jahr in die Schule geht, würde ich diese Berufstätigkeit gerne fortsetzen. Ganz bewusst spreche ich nicht an, wie die Gebäude unserer Schulen und die Betreuungsräume in Deutschland aussehen. Allein der Fakt, dass bei uns auf ca. 72 Kinder, die sich gerne anmelden möchten, nur 30 freie Betreuungsplätze kommen, ist ernüchternd. „Kurze Beine, kurze Wege“, hieß es früher. So bin auch ich kein Freund von dem Gedanken, dass Eltern oder i-Dötzchen erst durch die Stadt fahren müssten.

Liebe Minister, Kommunen und sonstige Verantwortliche da draußen: Betreut die Fachkräfte von morgen, damit die Fachkräfte von heute vernünftig ihren Job machen können!

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31 Kommentare

  • Reply Sabrina November 1, 2019 at 11:22 am

    Wir haben hier in eschweiler das Glück das wir fast nur noch OGS haben die bist werden von 7.30- 16-00 betreut. An unserer Grundschule nächstes Jahr sind im Schnitt 180 Schüler wovon 30 nur bis 13.30uhr betreut werden und 140 die bis 16 Uhr betreut werden. Nächstes Jahr soll auch angebaut werden für neue Spielräume der OGS Kinder

    • Reply Kathrin November 1, 2019 at 11:33 am

      Das ist natürlich richtig toll und eine Investition in die Zukunft!

      • Reply Sabine November 1, 2019 at 6:33 pm

        Wir standen vor einem ähnlichen Problem als mein Sohn vor 2 Jahren in die Schule kam. Da ich nicht jeden Tag arbeiten gehe wollte ich es mir freihalten ihn ab und an nicht betreuen zu lassen was von unserer OGTS strikt abgelehnt wurde und auch nur in Ausnahmen erlaubt die Kinder früher zu holen. Wir haben uns dann für eine Alternative entschieden wo eine Betreuung in kleinen Gruppen angeboten wird und auch tageweise „zu buchen“ ist. Für uns die ideale Lösung. Vielleicht gibt es sowas ja bei euch auch?

  • Reply Jule November 1, 2019 at 11:26 am

    Ich bezweifle dass ein Politiker deinen Beitrag lesen wird. Und in manchen Bundesländern wurde die Ganztages Grundschule eingeführt. Meine Meinung ist, dass es für gs Schüler völlig ausreicht, wenn sie nur vormittags in der Schule sind. Nachmittags sollten sie daheim sein und mit Freunden spielen. Lg

    • Reply Kathrin November 1, 2019 at 11:34 am

      Und wie sollen Eltern dann nach Deinem Modell arbeiten gehen?

    • Reply Christin November 1, 2019 at 11:43 am

      Bei uns gibt es auch die OGTS,das ist wirklich super. Ich arbeite selber in der Schule, so haben wir zumindest in den Ferien nicht das Problem. Ich arbeite aktuell 24 std. Die Große isst nach der Schule mit Mittag dort und kommt danach nach hause. Wenn ich schlecht durchkomme,ist sie mal 15min alleine, das stört sie aber nicht. Ab dem Sommer kommt sie in die 3. Klasse und hat dann eine Std mehr Unterricht.

    • Reply Lena November 1, 2019 at 7:22 pm

      Das sehe ich absolut genauso. Es wird heute oft übersehen, wie anstrengend die Umstellung auf den Schulalltag für die Kleinen ist und dass es wohltuend ist, nach drei Stunden Schule (stillsitzen, kooperieren, vorgegebene Lerninhalte bearbeiten), am häuslichen Tisch Mittag zu essen. Klar, für die Eltern wird damit eine Erwerbstätigkeit schwierig. Dieses Problem kann aber nicht nur auf dem Rücken der Erstklässler ausgetragen werden. Betreuung ist eben anders als Schule und Schule bringt neue Herausforderungen mit sich.

    • Reply Angelina November 1, 2019 at 8:32 pm

      Dein Kommentar wirkt wie aus der Zeit gefallen. Jedes Eltern-Paar sollte selbst entscheiden können, ob oder wie ihr Kind nach dem Unterricht betreut wird. Es darf nicht sein, dass es an strukturellen Bedingungen scheitert.

  • Reply Alina November 1, 2019 at 11:46 am

    In Bochum gibt es auch die ‚verlässliche Schule‘, – Betreuung bis 13.30 Uhr. Daneben noch OGS. Andererseits stellt sich mir auch die Frage: wie wurde es früher gemacht? Welche Ansprüche haben Eltern heute an sich, ihre Finanzen, ihre Freizeit und die Frage die sich jeder stellen muss: wer ist verantwortlich für die Betreuung der eigenen Kinder?! Mit der Schule ändert sich viel, als Lehrerin weiß ich dass dieser ‚neue Alltag‘ nicht etwas für jedes Kind ist. Ich finde die starke Struktur und sich die Veränderung nach dem Kiga massiv. Nach 3-5 Stunden Unterricht eine Hofpause, dann Essen und meistens direkt danach 45-60 Minuten Hausaufgabenbetreuung. Danach evtl.freie Spielzeit, mit Glück auf einem großen Außengelände, oder AG (sofern diese auf Grund von Lehrerausfall-und Mangel stattfindet. Das sind natürlich nicht die Probleme, welche die Eltern lösen können. Aber dennoch sollte man sich bewusst damit auseinandersetzen! Will ich das für mein Kind? Welche Auswirkungen hat das für mein Kind? Gibt es andere Lösungen oder kann ich beruflich kürzer treten? ‍♀️

    • Reply Kathrin November 1, 2019 at 11:51 am

      Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass meine Mutter früher Hausfrau war und nicht für ihr Alter vorsorgen konnte. Das bringt neue Herausforderungen mit sich. Beruflich kürzer getreten bin ich. 5 Jahre war ich zu Hause und arbeite nun nur noch 50%. Viele Familien sind allerdings auf zwei volle Gehälter angewiesen, um die Mietpreise etc. zahlen zu können.

    • Reply Lisa November 1, 2019 at 12:26 pm

      Genau die Fragen haben wir uns auch gestellt und uns für die VHTS entschieden. Ich habe Glück, dass ich das mit meiner Arbeit vereinbaren kann und bin froh, dass mein Sohn mittags zuhause sein kann und ich ihn bei den Hausaufgaben unterstützen kann. Wenn es mit der Betreuung mal nicht passt, helfen wir uns in der Nachbarschaft gegenseitig.

    • Reply Julia November 5, 2019 at 1:10 pm

      In meiner Kindheit war es so, dass meine Mutter Zuhause war und nicht arbeiten gehen MUSSTE. Mein Vater hat den Lebensunterhalt für unsere 4 köpfige Familie verdient. Wir wohnten in einem Haus, hatten einen Familienwagen und sind 1 mal im Jahr in den Sommerferien in den Urlaub gefahren.
      Heute sieht das ganze etwas anders aus. Mein Mann arbeitet Vollzeit, er ist selbstständig. Ich arbeite 25 Std. in der Woche und mein Sohn geht 35 Std./Woche in die Kita. Wir leben in einem Haus, haben ein Auto und fahren einmal im Jahr in den Urlaub. Das könnten wir uns aber ohne mein Gehalt nicht leisten.
      Meine Familie und ich leben heute nicht anders oder anspruchsvoller als damals meine Eltern und ich. Wir besuchen genauso ab und zu den Zoo oder das Schwimmbad wie ich es mit meinen Eltern getan habe.
      Ich bin also schon der Meinung, dass man das mit früher nicht vergleichen kann.

  • Reply Heike November 1, 2019 at 11:47 am

    Ich arbeite selbst zwischen 16 und 20 Stunden und bin dankbar, das meinem Sohn die Kernzeitbetreuung bin 7-14 h reicht, da ich kurze Wege zur Arbeit habe. Einen Hortplatz würde man bei uns wohl auch bekommen, der geht bis 17 h. Ist aber extrem teuer, wir ich finde.
    Ich bin dankbar, dass wir noch halbe Tage zusammen haben, finde es aber auch problematisch, dass sich hier eine Betreuungslücke auftut, die viele Familien überrascht.
    Wahlfreiheit sieht anders aus.

  • Reply Lisa November 1, 2019 at 12:00 pm

    Wieso denn drei Stunden? Im ersten Schuljahr hatte mein Sohn immer mindesten bis halb zwölf, wenn nicht sogar bis halb eins Unterricht. Danach gibt es die Wahl zwischen verlässlicher Halbtagschule bis 13.30 Uhr und Ganztagsbetreuung. Plätze gibt es bei uns (westliches Münsterland) für alle ausreichend. Das, was mich und viele in meinem Umfeld stört, ist dass die Betreuung nicht flexibel ist. Wenn man sich für die Ganztagsbetreuung entscheidet, muss das Kind täglich bis 15 oder 16 Uhr dorthin. Ich würde das gerne ca 2x pro Woche beanspruchen, aber nicht täglich. So flexibel ist man aber leider nicht. Ich habe meine Arbeitszeit nun so reduziert, dass wir gemeinsam mit der Halbtagsbetreuung auskommen.

    • Reply Kathrin November 1, 2019 at 12:03 pm

      bei uns wären die Kinder von 8 bis 11:30 Uhr von der Schule betreut. So wurde es kommuniziert. Alles weitere, also auch eine Betreuung bis 14 Uhr ohne Mittagessen ist privat bzw. per OGS organisiert.

      • Reply Patrick Müller November 18, 2019 at 7:35 pm

        Hallo :-),

        ich habe jetzt extra bis hier runtergescrollt, weil ich auch wissen wollte, wieso nur 3 Stunden Unterricht sein soll, verstehe es aber immer noch nicht. Ich bin selbst Lehrer aus Bremen und ich habe für meine Klassen ein festes Kontigent an Unterrichtsstunden. Ehrlich gesagt wüsste ich auch gar nicht, wie ich den Tag mit so wenigen Stunden konzipieren soll und dabei den Lernbereichen gerecht werden soll. Zeitgleich ist auch die intensive Beschäftigung der Kinder mit einer Sache für so kurze Zeit relativ schwierig. Naja hilft ja jetzt nicht weiter.
        Ich unterstütze aber, dass bis 11.30 Uhr völlig unzureichend ist und zwar aus jeder Richtung.

  • Reply Stephanie November 1, 2019 at 12:08 pm

    Hallo Kathrin,

    das ist in vielen Bundesländern tatsächlich ein riesen Problem. Wir sind unter anderem deswegen im letzten Jahr aus Baden-Württemberg zurück nach Thüringen in unsere alte Heimat gezogen. Unser Sohn kam dieses Jahr in die Schule. Wir wussten, dass die Nachmittagsbetreuung hier selbstverständlich ist. Jede Grundschule hat einen Hort. Und jedes Kind bekommt auch einen Hortplatz. Die Klassen haben eine feste Erzieherin, die sie vor und nach der Schule betreut. Und auch in ausfallenden Stunden. Es werden gemeinsam die Hausaufgaben gemacht und ab der 2. Klasse gibt es tolle Beschäftigungsangebote für die Kinder. Dieses Konzept gibt es hier schon immer (eines der weniger guten Dinge aus DDR-Zeiten ). Für uns ein ausschlaggebendes Argument nach 10Jahren aus Baden-Württemberg zurück zu ziehen. Wir wissen, dass die Kinder nachmittags gut betreut werden und müssen keine Angst haben, dass wir keinen Platz bekommen. Wirklich schade, dass sich dieses Konzept nicht in den anderen Bundesländern ausbreitet. Hier gibt es keine Diskussionen über Ganztagsschulen. Die bracht es nicht . Ich drücke die Daumen für einen Platz. Stephanie

    • Reply Kathrin November 1, 2019 at 12:10 pm

      Natürlich gut, wenn Ihr in der neuen alten Heimat auch Arbeit gefunden habt. Ich finde generell einen Blick in andere Länder dazu auch immer gut!

  • Reply Corinna November 1, 2019 at 12:43 pm

    Hallo Kathrin, bei uns in Baden-Württemberg ist die Nachmittagsbetreuung auch ein großes Problem. Es gibt an jeder Grundschule eine sogenannte Kernzeitbetreuung, die flexibel von Schulschluss bis max. 16:30 gebucht werden kann. Problem ist nur, dass die räumlichen Voraussetzungen bei uns so schlecht sind, dass ich meine Kinder lediglich 1x pro Woche bis 14:00 dort hin schicke. Ca. 80 Kinder haben 1 Zimmer plus Flur plus Aussenbereich zur Verfügung. Der Lärmpegel ist sehr hoch , dementsprechend anstrengend ist es für die Kinder – trotz an sich tollem Personal. Vom Mittagessens -Angebot/ Qualität ganz zu schweigen. Ich arbeite ganz bewusst nur 10 Stunden in der Woche , weil ich meinen Kindern dies nicht zumuten möchte. Natürlich bin ich mir bewusst, dass leider nicht jeder diese Entscheidungsfreiheit hat und für diese Familien ist die Situation schlecht. Nach meiner Erfahrung sollte man die Umstellung von Kindergarten auf Schule aber generell nicht unterschätzen. Die meisten Erstklässler sind um 12 Uhr nach 4 Stunden Unterricht einfach fix und alle und es tut ihnen m.M.n. nur gut, zu Hause in Ruhe essen und spielen zu können und ihre Hausaufgaben zu erledigen. Mein Sohn ist mittlerweile in der 4. Klasse und artikuliert jetzt sogar schon, wie froh er ist, nicht jeden Tag in die Kernzeit zu müssen. Auch wenn ich damit nicht zur Mehrheit gehöre, bin ich mir sicher, dass es für das Kind, seine Persönlichkeitsentwicklung und Bindungsfähigkeit einen Unterschied macht, ob es jeden Tag bis 17:00 fremdbetreut wird oder nicht.

  • Reply Sina November 1, 2019 at 1:39 pm

    Hallo Kathrin,
    das ist bei euch tatsächlich nicht familienfreundlich!
    Ich arbeite als Lehrerin im Saarland, bei uns sind die Kinder täglich und verlässlich von 7.40 Uhr bis 12.30 Uhr betreut. Im Anschluss besteht die Möglichkeit an der freiwilligen Ganztagsschule (im Gebäude der Schule) bis 15 Uhr oder 17 Uhr teilzunehmen. Samt Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung durch Lehrer. Dies ist auch flexibel möglich, die Eltern können ihr Kind abholen, wann sie möchten, außer während der Hausaufgabenzeit.
    Schade, dass dies leider nicht die Regel ist.
    Herzliche Grüße
    Sina

    • Reply SIMONE November 1, 2019 at 3:07 pm

      Hallo Sina, ich komme auch aus dem Saarland. Allerdings muss ich feststellen, dass es zwar Betreuung gibt, aber kaum jemand (nur einige wenige) darauf achteen, ob die Hausaufgaben gemacht werden. Zudem gibt es Freitags keine Hausaufgabenbetreuung. Bedeutet für mich, nach dem Abholen noch 1 Stunde Hausaufgaben zu machen und das in der ersten Klasse. Finde das schon schwierig. Denke, das System müsste dringend angepasst werden insbesondere auch für die, die vielleicht nicht die Möglichkeit haben mit ihren Kindern Aufgaben zu machen.

  • Reply Simone November 1, 2019 at 2:59 pm

    Hallo, wir haben einen Beteeuungsplatt, allerdings wird nicht wirklich darauf geachtet, daß die Hausaufgaben gemacht werden. Das heisst abends noch 1 Stunde mit einer 1. Klässlerin Hausaufgaben zu machen. Und in den Ferien wechseln sich die Schulen ab, sodass das Kind in eine Fremde Schule mit fremder Betreuung kommt. Alles nicht wirklich durchdacht und als Mutter hat man ständig Bauchweh.

  • Reply Marijke November 1, 2019 at 3:39 pm

    Liebe Kathrin,
    es ist zwar nicht in deinem Sinn, aber wäre es nicht möglich noch ein Jahr Elternzeit anzumelden. Du müsstest doch noch etwas über haben, oder?
    Nur als Option, weil du ja geschrieben hattest, dass du sonst kündigen müsstest.
    Liebe Grüße

    • Reply Kathrin November 1, 2019 at 8:12 pm

      Nein, da ich derzeit in Elternzeit in Teilzeit arbeite und ab August mit neuem Vertrag verhandeln muss.

  • Reply Janina November 1, 2019 at 4:04 pm

    Puh, ich finde das ist wirklich eine viel zu lange Zeit für Kinder in dem Alter. Im Kindergarten wird ja „nur“ gespielt aber Schule ist fordernd und anstrengend, außerdem hat man kaum Kontrolle über die Qualität der Hausaufgaben. Ich weiß von einigen Kindern die um 14 Uhr nach Hause kommen und recht fertig sind.

    • Reply Kathrin November 1, 2019 at 5:48 pm

      mag sein, aber jetzt sind sie auch bis 15 Uhr im Kindergarten und mein Arbeitsleben bzw. auch das meines Mannes ist darauf abgestimmt.

      • Reply Stephanie November 1, 2019 at 6:21 pm

        Denke ich auch. In der Nachmittagsbetreuung können sie ja mit ihren Freunden spielen. Sind an der frischen Luft oder können kreative Angebote in Anspruch nehmen. Und wenn die Hausaufgaben gemacht sind, ist es super erleichternd. Wir schauen sie uns dann nochmal zusammen an und üben immer mal. Aber bis 15.30uhr können es die Kids locker schaffen.

      • Reply Anni November 1, 2019 at 8:43 pm

        Hi Kathrin,
        aber Du hattest doch schon mal erwähnt, dass sowohl Du als auch Dein Mann im Homeoffice arbeiten könnt. Hier findet sich doch bestimmt eine Übergangslösung… Ich z. B. arbeite auch 20 Std., aber verteilt auf 2,5 Tage (davon auch HO) und mein Mann und ich wechseln uns mit dem Kinder-Hol- und Bringdienst ab, so dass jeder mal früh anfangen bzw. lange arbeiten kann. Aus meiner Erfahrung hat sich hier auch ‚in der männlichen Arbeitswelt‘ in den letzten Jahren viel getan.- Stichwort: Vereinbarkeit von Familie & Beruf.
        Ich persönlich bin übrigens der Meinung, dass es zwar sehr schön und vorteilhaft ist, wenn der Staat hier passende Lösungen anbietet (s. Skandinavien), man ja aber die Situation im jeweiligen (Bundes-)Land als auch die eigenen persönlichen Lebensumstände und -wünsche kennt und entsprechend berücksichtigen kann/ muss.

  • Reply Maiti November 3, 2019 at 10:02 pm

    Hallo Kathrin,

    du hast das schon ganz treffend beschrieben, während der KitaZeit sind die Kinder ganz gut betreut und ermöglichen den Eltern Familie und Beruf anständig miteinander zu vereinbaren. Das ändert sich häufig mit der Einschulung, vielerorts gibt es keine gar keine Ganztagsbetreuung oder viel zu wenig Plätze für viel zu viele Schüler.
    Unsere Zwillinge werden nächstes Jahr auch eingeschult, ich habe mir lange den Kopf zerbrochen wie wir das organisieren sollen, da ich Teilzeit 19,5 Stunden arbeite bleibt einiges an mir hängen, zur Zeit verteile ich die Arbeitszeit auf 3 Tage.
    Ich wechsel nun meinen Arbeitgeber, habe also gekündigt. Mein neuer Arbeitgeber ist nur 5 Minuten von unserem Wohnort entfernt, liegt quasi auf dem Schulweg der Kinder.
    Mein Mann wird einen Nachmittag Homeoffice machen, und ich werde 3 Vormittage bis 12:30 Uhr und einen Tag bis 16:30 Uhr arbeiten (Homeoffice Nachmittag meines Mannes).
    Zu meinem bisherigen Arbeitsplatz brauchte ich pro Strecke circa 60 Minuten, das hätte auf Dauer mit den Betreuungszeiten der Schule nicht gepasst.

    Ich kann dich verstehen, du hast dich sehr auf deine Rückkehr in den Beruf gefreut, und bisher scheint auch alles gut zu funktionieren, und nun muss alles wieder auf den Prüfstand.

    Was ich etwas schade finde, es ließt sich leider so, als wäre das Betreuungsproblem, dein persönliches Problem, dein Mann scheint da wenig übernehmen zu müssen (bringen, abholen, Homeoffice, reduzieren).

    Wir leben in Niedersachsen, in einer sehr strukturstarken Gegend, gleichzeitig aber traditionell geprägt. Bei uns wird sehr wenig angeboten, um Eltern ohne familiäre Unterstützung bei der Vereinbarkeit zu unterstützen, hier wird überwiegend auf die Omas und Opas gesetzt, die auch größtenteils die Betreuung am Nachmittag und in den Ferien übernehmen, dass macht es alles anderen natürlich noch schwerer, weil die Verantwortlichen sich nicht für die wenigen nicht in der Pflicht sehen.

    Ich wünsche euch, dass ihr einen Betreuungsplatz findet und du weiter arbeiten kannst.

  • Reply Cati November 3, 2019 at 11:01 pm

    Oh je, das bleibt dann ja jetzt nochmal recht „spannend“. Unsere Tochter kommt auch 2020 in die Schule, aber zum Glück müssen wir uns darüber gar keine Gedanken machen. Wir wohnen in einer Kleinstadt direkt am Rhein, die sich „Hauptstadt der Kinder“ nennt und es auch so umsetzt. Betreuung ist für alle von 1 bis 10 Jahren kostenfrei und auch für 90% vorhanden. Das ist schon ziemlicher Luxus. Für die OGS bedeutet das, Betreuung bis 15 oder 16 Uhr.

  • Reply Nicole Dezember 9, 2019 at 11:31 pm

    Ich würde die Fragestellung andersherum angehen. Warum wird es Familien vermehrt unmöglich gemacht, die eigenen Kinder auch selbst zu betreuen? Ja, die finanzielle Lage hat sich zum Nachteil verändert. Oft ist es nicht mehr möglich, mit nur einem Gehalt für die Familie zu sorgen. Aber ist es nicht auch paradox, dass wenn meine Nachbarin als Tagesmutter auf mein Kind aufpasst und ich als Tagesmutter auf ihres, wir Gehalt beziehen und für unsere Rente vorsorgen können, dies aber nicht möglich ist, wenn jeder sein eigenes Kind betreut? Ich finde, dahingehend muss die Politik Lösungen finden. Es darf nicht sein, dass der Elternteil, der die Kinder betreut und daher nicht erwerbstätig ist, im Alter keine Rente hat. Denn man tut das gleiche wie Betreuer nachmittags in der Schule, nur erhält man dafür kein Geld, was man wiederum im die Rente investieren könnte.

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